Anti-Mobbing-Konzept

Wir dulden kein Mobbbing!

An der Johann-Rieder-Realschule legen wir großen Wert auf ein respektvolles, wertschätzendes und vertrauensvolles Miteinander. 

Jeder Mensch hat das Recht, sich in unserer Schulgemeinschaft sicher und angenommen zu fühlen.

Mobbing, Ausgrenzung, Diskriminierung und Gewalt, sowohl im persönlichen Kontakt als auch im digitalen Raum, haben an der JRRS keinen Platz.

Wir verstehen uns als Schulgemeinschaft, in der gegenseitige Unterstützung, Zivilcourage und Verantwortungsbewusstsein gelebt werden.

Unsere Grundsätze lauten:

  • Wir schauen nicht weg.
  • Hilfe holen ist kein Petzen.
  • Jeder Mensch verdient Respekt.
  • Gemeinsam übernehmen wir Verantwortung.
  • Konflikte werden ernst genommen und zeitnah bearbeitet.
  • Betroffene werden geschützt und unterstützt.
  • Mobbing wird konsequent verfolgt.

Von Mobbing spricht man, wenn eine Schülerin oder ein Schüler über einen längeren Zeitraum hinweg wiederholt negativen Handlungen einer oder mehrerer Personen ausgesetzt ist.

Typische Merkmale sind:

  • gezielte Schädigung oder Ausgrenzung,
  • wiederholtes Auftreten der Handlungen,
  • ein Ungleichgewicht der Kräfte zwischen den Beteiligten.

Mobbing betrifft niemals nur einzelne Personen. Häufig ist die gesamte Gruppe oder Klasse beteiligt – aktiv oder passiv.

Nicht jeder Streit oder Konflikt stellt automatisch Mobbing dar. Deshalb ist eine sorgfältige Prüfung der Situation erforderlich.


Cybermobbing bezeichnet das absichtliche Beleidigen, Bedrohen, Bloßstellen oder Belästigen anderer Menschen mithilfe digitaler Medien über einen längeren Zeitraum.

Dazu gehören beispielsweise:

  • beleidigende Nachrichten,
  • das Verbreiten von Gerüchten,
  • das Veröffentlichen von Bildern oder Videos,
  • das Erstellen gefälschter Profile,
  • das gezielte Ausgrenzen in Gruppenchats.

Cybermobbing wird oftmals als besonders belastend empfunden, da

  • Angriffe jederzeit stattfinden können,
  • Inhalte schnell verbreitet werden,
  • Täterinnen und Täter häufig anonym handeln,
  • digitale Inhalte oftmals dauerhaft gespeichert bleiben.

Was tun bei Mobbing?

Wenn du von Mobbing betroffen bist oder Mobbing beobachtest:

  • Sprich mit einer Vertrauensperson.
  • Informiere deine Klassenleitung.
  • Wende dich an eine Lehrkraft, die Schulsozialarbeit, die Beratungslehrkraft oder die Schulleitung.
  • Bewahre Nachrichten, Bilder oder andere Beweise auf.
  • Antworte nicht auf beleidigende Nachrichten.
  • Hole dir Unterstützung.

Wichtig: Du bist nicht allein.


Wenn Sie vermuten, dass Ihr Kind von Mobbing betroffen ist:

  • Nehmen Sie die Schilderungen Ihres Kindes ernst.
  • Hören Sie aufmerksam zu.
  • Sammeln Sie Informationen und Belege.
  • Informieren Sie die Klassenleitung.
  • Vermeiden Sie eigenmächtige Konfrontationen mit anderen Kindern oder Eltern.
  • Unterstützen Sie die schulische Aufarbeitung.

Eine enge Zusammenarbeit zwischen Elternhaus und Schule ist von entscheidender Bedeutung.


  • Beobachtungen werden dokumentiert.
  • Betroffene Schülerinnen und Schüler erhalten zeitnah Unterstützung.
  • Die Klassenleitung informiert die Schulleitung.
  • Das Beratungsteam wird einbezogen.
  • Maßnahmen werden gemeinsam abgestimmt.
  • Nachsorge und Evaluation werden sichergestellt.

Unser Vorgehen an der Johann-Rieder-Realschule

Jeder Hinweis auf mögliches Mobbing wird ernst genommen. Dabei spielt es keine Rolle, ob die Informationen von Betroffenen, Mitschülerinnen und Mitschülern, Eltern oder Lehrkräften stammen.

Mögliche Anzeichen können sein:

  • auffällige Verhaltensänderungen,
  • häufige Bauch- oder Kopfschmerzen,
  • Leistungsabfall,
  • Rückzug aus der Klassengemeinschaft,
  • häufiges Fehlen,
  • Traurigkeit, Ängste oder Schlafprobleme,
  • beschädigte oder verschwundene Gegenstände,
  • Konflikte in sozialen Netzwerken oder Messenger-Diensten.

Die erste Ansprechperson ist in der Regel die Klassenleitung.


Um die Situation richtig einschätzen zu können, werden zunächst Informationen gesammelt.

Dabei können folgende Fragen helfen:

  • Was ist genau passiert?
  • Wer ist beteiligt?
  • Seit wann besteht die Situation?
  • Wie häufig treten die Vorfälle auf?
  • Welche Auswirkungen zeigen sich?
  • Gibt es Zeuginnen oder Zeugen?
  • Liegen digitale Nachrichten, Bilder oder andere Beweise vor?

Gespräche werden sachlich und vertraulich dokumentiert.


Abhängig von der Situation werden weitere Personen hinzugezogen, beispielsweise:

  • die Beratungslehrkraft Frau Dörner,
  • die Schulpsychologinnen Frau Wanke und Frau Frank,
  • die Jugendsozialarbeit an Schulen (JaS) Frau Spatzier,
  • die Verbindungslehrkräfte Frau Herrmannsdörfer und Herr Gfrörer,
  • die Schulleitung.

Gemeinsam wird entschieden, welche Maßnahmen erforderlich sind.


Anschließend werden Einzelgespräche mit den beteiligten Personen geführt.

Dabei stehen folgende Ziele im Mittelpunkt:

  • Schutz der betroffenen Person,
  • Beendigung der Mobbinghandlungen,
  • Klärung der Hintergründe,
  • Stärkung der Klassengemeinschaft,
  • Erarbeitung konkreter Vereinbarungen.

Die Gespräche finden grundsätzlich in einem geschützten Rahmen statt.


Die Maßnahmen werden individuell auf die jeweilige Situation abgestimmt.

Mögliche pädagogische Maßnahmen sind beispielsweise:

  • Gespräche mit den Beteiligten,
  • Vereinbarungen innerhalb der Klasse,
  • sozialpädagogische Maßnahmen,
  • Klassenprojekte,
  • Mediation (sofern kein Mobbing vorliegt),
  • Unterstützung durch externe Fachstellen,
  • die Begleitung durch das Beratungsteam.

Je nach Schwere des Vorfalls können außerdem schulische Ordnungsmaßnahmen notwendig werden.



Die Arbeit endet nicht mit einem einzelnen Gespräch.

In regelmäßigen Abständen wird überprüft,

  • ob die vereinbarten Maßnahmen eingehalten werden,
  • ob sich die Situation verbessert hat,
  • ob weitere Unterstützung notwendig ist,
  • wie die Klassengemeinschaft gestärkt werden kann.

Erst wenn dauerhaft eine deutliche Verbesserung erkennbar ist, gilt der Fall als abgeschlossen.


Besonderheiten bei Cybermobbing

Bei Cybermobbing gelten zusätzlich folgende Grundsätze:

  • Nachrichten, Bilder und Videos sollten gesichert werden.
  • Beleidigende Inhalte sollten gemeldet und blockiert werden.
  • Passwörter müssen gegebenenfalls geändert werden.
  • Die Verbreitung persönlicher Daten ist zu vermeiden.
  • In schwerwiegenden Fällen werden externe Beratungsstellen oder die Polizei eingeschaltet.

Prävention

Die Johann-Rieder-Realschule setzt auf eine aktive Präventionsarbeit. Dazu gehören unter anderem:

  • Projekte zur Stärkung der Klassengemeinschaft,
  • Workshops zu den Themen Gewalt, Medienkompetenz und Cybermobbing,
  • die Ausbildung von Tutorinnen und Tutoren,
  • die Arbeit der SMV,
  • Unterrichtseinheiten zu sozialem Lernen,
  • Präventionsveranstaltungen in Zusammenarbeit mit der Polizei und weiteren Fachstellen,
  • die Förderung von Zivilcourage und Verantwortungsbewusstsein.