Inklusion – ein Thema, das uns alle angeht!

 

Mit der UN-Behindertenrechtskonvention (UN-BRK) ist seit dem Jahre 2009 Inklusion zu einer verbindlichen Aufgabe aller Schulen und Schularten sowie aller Bildungseinrichtungen geworden.

In Bayern gibt es aktuell 432 Schulen mit dem Schulprofil „Inklusion“. Darunter sind Grundschulen, Mittelschulen, Realschulen, Gymnasien, berufliche Schulen und Förderschulen. Seit dem Jahre 2018 zählt auch die Johann-Rieder-Realschule zu jenen Schulen, denen dieses Schulprofil zuerkannt wurde.

Dies bedeutet, dass Menschen mit Behinderungen ohne Diskriminierung und auf der Grundlage der Chancengleichheit das Recht auf Bildung haben, die sie zur wirklichen Teilhabe an einer freien Gesellschaft befähigt. Inklusive Bildung ist damit der Auftrag, Schülerinnen und Schüler mit und ohne Behinderung gemeinsam zu unterrichten und entsprechend ihren Begabungen individuell zu fördern.

In Bayern gibt es eine bedeutende Zahl von Kindern und Jugendlichen mit sonderpädagogischem Förderbedarf. Jeder und jedem eröffnet unser vielfältig differenziertes und durchlässiges Schulwesen einen passgenauen Weg für die individuelle Entwicklung.

Wie erkenne ich aber nun, ob mein Kind einen besonderen Förderbedarf hat? Oft sind es die Lehrkräfte, die Auffälligkeiten bemerken und das Gespräch mit den Eltern suchen. Hilfesuchende Eltern werden jedoch auch jederzeit gerne von der Schule zum Thema Inklusion beraten.

Derzeit werden an unserer Schule innerhalb der Regelklassen Schülerinnen und Schüler mit folgenden Förderschwerpunkten unterrichtet: körperliche und motorische Entwicklung, emotionale und soziale Entwicklung, Hören, Sprache sowie Autismus.

Der Mobile Sonderpädagogische Dienst unterstützt Schule und Eltern bei der Förderung der Kinder und Jugendlichen und erstellt auf Anforderung ein sonderpädagogisches Gutachten, das als Grundlage für individuelle Unterstützungsmöglichkeiten dient. Je nach den Bedürfnissen der Schülerinnen und Schüler erstrecken sich diese Maßnahmen von der Verwendung technischer Hilfsmittel, über individuelle Pausenregelungen in Form von Zeitzuschlag bei Leistungsnachweisen bis hin zur Gewährung einer Schulbegleitung zur Bewältigung des Schulalltags.

Inklusive Bildung ist jedoch kein Privileg für wenige. Sie stellt eine große Herausforderung für alle Schülerinnen und Schüler dar, indem im täglichen Miteinander Hilfsbereitschaft, Rücksichtnahme und Respekt vor dem Anderssein gefordert sind und auch oft erst erlernt werden müssen.

Inklusive Bildung ist aber in jedem Fall eine Win-Win-Situation für alle: Sie unterstützt Schülerinnen und Schüler – mit und ohne Förderbedarf – im Heranwachsen zu selbstständigen, verantwortungsbewussten, zufriedenen und erfolgreichen Mitgliedern der Gesellschaft und fördert einen rücksichtsvollen Umgang miteinander.

Karin Plöckinger, RSKin