Was ist wohl der schlimmste Albtraum im Berufsalltag einer Lehrkraft? Klassenfahrt! Schlimmer noch: ein Schüler fehlt, ist einfach nicht mehr auffindbar! So erging es am vergangenen Donnerstag zwei mehr oder weniger engagierten Kollegen der Johann-Rieder-Realschule – und auch sonst ging bei diesem Ausflug so einiges schief: die Unterkunft eine Bruchbude, keine freiwilligen Begleitpersonen, ein halsbrecherischer Busfahrer und eine impertinente Putzfrau. Zum Glück handelte es sich dabei um keine echte Schulveranstaltung, sondern um das Setting des diesjährigen Bunten Abends, der an der JRRS traditionell zu den Höhepunkten des Jahres zählt und heuer aus Platzgründen erstmals in der AuerBräu-Festhalle auf der Loretowiesestattfand. Vor randvollem Saal zeigten die verschiedenen Ensembles, Gruppierungen und Wahlfächer Kostproben ihres Könnens, allen voran natürlich die Theatergruppe, die heuer mit Schülerinnen und Schülern aus beinahe allen Jahrgangsstufen besetzt war und von Daniela Parigger und Reinhold Lay gründlich auf ihren großen Auftritt vorbereitet wurde. Mit beachtlichem Talent mimten die Darstellerinnen und Darsteller teils mehrere Rollen im Wechsel und bereiteten den Anwesenden, unter ihnen auch Oberbürgermeister Abuzar Erdogan, einen vergnüglichen Abend. Im Vordergrund stand dabei die Suche nach dem verlorenen Schüler, denn:„Eigentlich meng ma den ja scho!“ Dass sich dabei weniger die begleitenden „Lehrkräfte“ und mehr die Klassenkameradinnen und Klassenkameraden so richtig Sorgen um den Verschwundenen machten – geschenkt. Nach manchen akustischen und optischen Hinweisen, naturwissenschaftlichen Rätseln und einer unerwarteten Wendung löste sich am Ende natürlich alles in Wohlgefallen auf. Unterbrochen, ausgeschmückt und bereichert wurde die Handlung des Theaterstücks von musikalischen Einlagen des Gitarrenensembles (Leitung: Georg Neugebauer), der Gesangsgruppe (Michaela Schüle) und natürlich der großen Schulband mit Bläsern (Alexander Gfrörer). Für Stimmung sorgte auch die HipHop-Tanzgruppe unter Leitung von Stefanie Herrmannsdörfer mit mehreren mitreißenden Choreographien auf der von Anke Haas liebevoll gestalteten Bühne in der Festhalle. Dass die Schule den Eintritt auch in dieser besonderen Location wieder frei halten konnte, verdankte sie der großzügigen Unterstützung durch die Stadt Rosenheim, bei der sich Schulleiterin Sibylle Daxlberger herzlich bedankte. Besonders dankte Daxlberger dem engagierten Team der Auerbräu-Festhalle, das mit großem Herzblut und großer Flexibilität die Aufführung ermöglicht hat. Ihr Einsatz und ihre Unterstützung hatten den festlichen Rahmen geschaffen, in dem die Schulfamilie glänzen konnte.Auch den beteiligten Lehrkräften, Schülerinnen und Schülern galt ihr herzlicher Dank für deren Einsatz während der Vorbereitung, der gemeinsamen Probentage in Jettenbach und nicht zuletzt während des Bunten Abends selbst. Damit auch wirklich die gesamte Schulfamilie in den Genuss der Aufführung kommen konnte, wurde das Programm nach guter Tradition am darauffolgenden Freitagvormittag für alle Schülerinnen und Schüler nochmals wiederholt.
Leonhard Sedlbauer